Entstehung und Geschichte von Maisha e.V.

Auf Grund von einem zunehmendem Beratungsbedarf von afrikanischen Frauen und dem immer stärker werdenden privaten Engagement, wurde auf Initiative von Virginia Wangare-Greiner Maisha e.V. als Selbsthilfeorganisation afrikanischer Frauen in Deutschland gegründet. Dabei fungierten 7 Frauen als Gründerinnen, darunter drei Kenianerinnen und vier Deutsche. Nach fast sieben Jahren Vorarbeit wurde 1996 die Anmeldung als ein gemeinnütziger Verein beim Amtsgericht Frankfurt eingereicht und durch das Finanzamt Frankfurt anerkannt. Die Beratung für afrikanische Frauen in Not wurde von Virginia Wangare-Greiner unter der Trägerschaft von Agisra e.V. übernommen, da sie auch den Afrika Bereich des Vereines leitete. In Agisras Räumlichkeiten finden 1997 die ersten Beratungen für afrikanische Frauen statt. Maisha e.V. setzt sich in den folgenden Jahren gegen Diskriminierung und Rassismus ein, unter anderem mit der Urban Rural Mission (URM) Europe ein. Es findet Kampagenen wie der „Racial Justice Sunday“ statt.  2000 gründen URM und Maisha e.V. die African Diaspora in Europe. Virginia Wangare-Greiner vertritt die afrikanische Selbsthilfeorganisation auf regionalen, nationalen und internationalen Konferenzen und referiert unter anderem über Diskriminierung und Rassismus, sowie Integration. 1999 bekommt sie dann den Preis des „Youth on the Move“ in Kalifornien, USA verliehen.

In Kooperation mit dem Gesundheitsamt Frankfurt, dem Sozialamt, dem Amt für Multikulturelle Angelegenheiten und dem Frauenreferat der Stadt Frankfurt wird die Afrika-Sprechstunde 2001 ins Leben gerufen. Die Sprechstunde ist eine Gesundheitsförderung für Afrikaner in Frankfurt am Main und beinhaltet Präventionsangebote und ein lebensweltbezogenes Angebot zur Förderung der gesundheitlichen Selbsthilfe im MigrantInnenbereich. Diese Leistung ist ein Schwerpunkt des afrikanischen Vereins, auf dem in diesen Kapitel noch einmal genauer eingegangen wird.

Über die Jahre hinweg werden immer wieder neue Projekte aufgebaut und durchgeführt. Diese Projekte helfen der afrikanischen Community in richten sich gegen Diskriminierung und Rassismus vor.

Frau Wangare-Greiner bekommt 2003 den Integrationspreis der Stadt Frankfurt verliehen für ihre Arbeit bei Maisha e.V. Auf Initiative des Frankfurter Turnvereins 1860, Preisträger des Integrationspreises der Stadt Frankfurt 2004, wird eine Kooperation aufgebaut. Durch diese Zusammenarbeit mit dem TSV 1860, entsteht das Angebot ein Teil der Vereinsräume als Büro von Maisha e.V. zu nutzen.

 

Struktur von Maisha e.V.

Maisha e.V. ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein und besteht aus der Mitgliedsversammlung, dem Vorstand und dem Schlichtung- und Prüfungsausschuss. Die Mitgliederversammlung wird einmal jährlich,  im erste Quartal des Geschäftsjahres vom Vorstand einberufen. Nach Bedarf kann der Vorstand oder ein Zehntel der Mitglieder eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen. In der Mitgliederversammlung wird der Jahresbericht des Vorstandes entgegen genommen, der Finanzplan genehmigt, der Vorstand wird entlassen und neu gewählt, die Richtlinien des kommenden Jahres werden beschlossen. Des Weiteren wird der aus drei Mitgliedern bestehende Schlichtungsausschuss gewählt, der auch für die Prüfung des Kassenberichtes zuständig ist. Der Vorstand setzt sich aus mindestens drei, in der Regel fünf weiblichen Mitgliedern zusammen: der ersten Vorsitzenden, der zweiten Vorsitzenden, der Schatzmeistern, der Schriftführerin und bis zu drei weiteren in geheimer Wahl gewählte Personen. Der Vorstand erledigt die laufenden Vereinsangelegenheiten und verwaltet das Vermögen. Dabei ist darauf zu achten, dass der Verein selbstlos tätig ist und nicht im eingenwirtschaftlichen Zwecke handelt.

Das Personal des afrikanischen Vereins besteht aus der bezahlten Vollzeitkraft Frau Greiner und verschiedenen freiwilligen Hilfskräften

Ziele von Maisha e.V.

Zweck des Vereins ist die Arbeit zur Verbesserung der psychischen und sozialen Situation afrikanischer Frauen in Deutschland. Dazu gehört auch die Hilfestellung bei der Integration in die Deutsche Gesellschaft mit seinen bürokratischen,  technischen, beruflichen und sozialen Aspekten. Mit der Migrationserfahrung als Ressource möchte der Verein bei der Integration helfen und dabei gleichzeitig Kraft aus den afrikanischen Wurzeln schöpfen.

Anfänglich war die Zielgurppe von Maisha e.V. vorwiegend afrikanische, afro-deutsche und afrikanisch verheiratete Frauen. Es wurde und wird Erwachsenenbildung, psychosoziale Beratung und die Förderung der Kommunikation dieser Gruppe untereinander und mit anderen Frauen angeboten. Ziel dabei ist es den Frauen die Möglichkeit zu geben die jeweils andere in ihrer Verschiedenartigkeit und Gleichwertigkeit zu akzeptieren und dadurch interkulturelles Lernen zu fördern. Mittlerweile sind auch Männer und Jugendliche Bestandteil der Zielgruppe. Dabei setzt sich die Organisation mit Themen wie Gesundheit, Wohnungssuche, Gewalt, Integration, interkulturelle Kommunikation, Spracherwerb, Ausbildung, Arbeit, Karriere, Finanzplanung, Partnerschaft und Familienplanung auseinander. Maisha unterstützt im Umgang mit den deutschen Behörden und anderen Autoritäten. Dabei wird nach der Einstellung „Hilfe zur Selbsthilfe“ gehandelt. 

Die Ziele auf politischer Ebene sind die Mitwirkung im institutionalisierten und nicht-institutionalisierten Bereichen, bei Themen wie Integration, Diskriminierung, sowie Rassismus und Rechte von Migrantinnen.

 

Schwerpunkte von Maisha e.V.

Der Schwerpunkt von Maisha e.V. liegt auf dem Thema Gesundheit von Afrikanerinnen. Dies kann sehr gut an verschiedenen Projekten erkannt werden, wie der „Internationalen Humanitären Sprechstunde“, die zwei Mal die Woche im Gesundheitsamt statt findet. Des Weiteren gibt es Genitalbeschneidungsprojekte auf nationaler und europäischer Ebene. Dabei fällt die Genitalbeschneidung in den Bereich der Gesundheit und in den Bereich der Menschenrechte.

Außer dem Thema Gesundheit werden Bereiche wie Integration, Rechte von Migrantinnen/Frauen, Diskriminierung und Rassismus von der Organisation behandelt. Daher hat Maisha ein breites Spektrum an Kampagnen und Angeboten.